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FanFiction Warmer Climate 10/? RPS




ice_queen76

FanFiction Warmer Climate 10/? RPS


Tags: ice_queen76 fanfiction supernatural jensen rp nc17

Published : 3 months, 1 week ago (Sat, 23 Aug 2008 02:37:48 PDT)
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Title: Warmer Climate
Author: [info]ice_queen76
[info]
Rating: NC17
Pairing: Jensen/OFC
Summery: Mein Name ist Alex, ich bin 29, hab ´ne Bar in LA und bin Single… Nicht wirklich aufregend, oder? Aber manche Dinge können sich von heute auf morgen ändern. Und “frau“ weiß nie, wem sie so alles begegnet…
Feedback: Bitte!!! Ich sterbe für Fedback!!! Thanks! *hugs*


10. Kapitel

 

Es ist früher Abend und wir haben gerade geöffnet. Ein paar Jungs vom Bau sind schon da und genehmigen sich ein Feierabendbier, aber für die After-Work-Partyhopper, die sich hier regelmäßig zum Vorglühen treffen, ist es noch zu früh. Wobei die einfachen Jungs, meist angenehmer und netter sind.  

Ich sitze mit meinem Kaffee am Tresen und bespreche mit Derrick die Order für unseren Getränkelieferanten. Bier und alle Softgetränke bekommen wir automatisch einmal die Woche am Donnerstag vor dem Wochenende geliefert, aber die hochwertigen Alkoholsorten wie Whiskey, oder auch die Spirituosen für die Cocktails bestelle ich nach Bedarf, da der Verbrauch Saisonbedingt schwankt.

Außerdem wollte ich mal nach dem Rechten sehen und nebenbei checken, wie Derrick mit Mara zurecht kommt, aber wie es scheint, klappt es ganz gut zwischen den Beiden, sonst hätte sich Derrick auch schon recht deutlich bei mir beschwert

Ich nippe an meinem Kaffee und schreibe mit, was Derrick alles braucht, als er eine Flasche nach der anderen mit seinem Depot unter der Theke vergleicht.

„Hm, komisch!? Der Cocos-Likör ist auch alle.“

„Hmpf…“ Ich pruste beinahe meinen Kaffee über den Tresen, kann mir aber noch schnell genug auf die Lippen beißen und Derrick beäugt mich mit fragendem Blick.

„Geht´s dir gut?“  Ich nicke und räuspere mich kurz.

„Heiß!“, ich deute auf den lauwarmen Kaffee vor mir und Derrick lamentiert weiter: „Ich glaub´ die Flasche ist mal umgefallen. Weißt du noch,  als die ganze Arbeitsplatte und der Fußboden klebte.“

Ich kann mich wage dran erinnern…

Die Tür geht und ein neuer Gast kommt rein und setzt sich genau neben mich, merkwürdig, ist doch alles frei – und ich drehe mich um und sehe mir den aufdringlichen Burschen an.

„Hi Süße!“

Ich wusste es! Aber die Anmache ist mir echt zu dreist und ich drehe mich zu dem Kerl, um ihn in seine Schranken zu verweisen. Doch mir stockt der Atem, als ich ihn sehe. Thomas!

Ich blicke hilfesuchend zu Derrick, aber er starrt mich nur völlig entgeistert an.

„Was willst du hier?!“, meine Stimme ist zittrig und mein Herz schlägt mir bis zum Hals.

Was macht er hier? Was will er? Ich hatte so gehofft, ihn nie wieder sehen zu müssen. Verdammt, L.A. ist riesig und er muss unbedingt in meine Bar kommen!?

„Oh, ich hab´ dich gesehen. Du sahst hübsch aus…“ Seine Finger streichen meinen nackten Arm entlang, ich schlage sie weg und stehe auf, weil ich seine Nähe nicht ertragen kann und ich will nicht, dass er mich noch mal angrabscht.

„Lass das!“ Ich versuche ruhig zu bleiben, da ich nicht beabsichtige meinen Gästen eine Szene zu liefern, das wäre zu unprofessionell.

„Ich frag dich noch mal, was willst du hier? Und nur zur Erinnerung, das Hausverbot gilt immer noch!“

„Dich! Eine zweite Chance!“ Er lächelt mich an, mit diesem arroganten Lächeln, das ich noch von früher kenne und genau das, zusammen mit seiner Dreistigkeit, lässt meine Wut aufkochen.

„Verschwinde! Mach, dass du weg kommst! Ich will dich hier nicht haben!“

„Al…“ Er kommt kopfschüttelnd, mit tadelndem Blick auf mich zu und ich fühle mich in die Enge getrieben.

„Ich sagte verschwinde! Raus!“, zische ich und versuche mich hinter die Theke zu flüchten, raus aus seiner Reichweite. In die Sicherheit meines Territoriums und im absoluten Ernstfall in die Nähe des Baseballschlägers, der dort versteckt liegt.

„Warte!“ Er packt meinen Arm und zieht mich grob zurück.

„Fass mich nicht an!“, fauche ich und versuche mich aus seinen Griff zu winden, aber er hält mich fest, seine Finger graben sich in meine Haut.

„Das geht zu weit, ich ruf die Bullen!“ Derrick ist endlich aus seine Erstarrung aufgeschreckt und hält den Hörer in der Hand, als eine dunkle Männerstimme durch den Raum hallt: „Hey! Die Lady sagte raus!“

Ich drehe mich um, drei der Bauarbeiter sind aufgestanden und einer von ihnen krempelt sich demonstrativ die Hemdsärmel hoch und Thomas lässt mich ärgerlich los. Mit drei Kerlen will er sich dann doch nicht anlegen, er ist derselbe feige Hund wie früher.

„Vergiss mich nicht, Süße! Wir sehen uns.“

Er zeigt mit dem Finger auf mich und zwinkert mir dreist zu, bevor er sich zu Tür aufmacht und am liebsten würde ich hinter ihm herstürmen und ihn seine Selbstgefälligkeit aus der Visage prügeln. Dieser miese Hurensohn!

Ich reibe meinen Arm und versuche mich zu sammeln. Atmen Alex, atmen. Ganz ruhig, es ist vorbei. Er ist weg!

„Danke Jungs! Ich geb´ euch ein Bier aus!“

Als ich zu Derrick hinter die Bar komme, mustert er mich sorgevoll.

„Du solltest ihn anzeigen, er …“ Ich winke ab, ich will nicht darüber reden und ich will mich nicht mit ihm beschäftigen, denn genau das will er und ich werde ihm diese Genugtuung nicht geben. Nicht noch mal…  

 

 

„Kannst du den AB abhören, ob was Wichtiges dabei ist. Ich kriege zurzeit so viele Werbeanrufe, dass ich gar nicht mehr selber ran gehen mag.“, versuche ich ein bisschen Zeit zu schinden, während ich durchs Wohnzimmer husche und meine Sachen zusammen suche.

Ich mag es nicht, wenn ich noch nicht fertig bin und Jensen auf mich warten muss, aber mein Timing lässt heute zu wünschen übrig, da ich immer noch ein wenig wuschig bin, von meiner Begegnung mit Thomas gestern Abend.

Und die ich vorerst für mich behalten habe, da ich nicht will, das Jensen sich wegen nichts und wieder nichts Sorgen macht. Das ist es nicht wert. Außerdem war ich heute Morgen bei der Polizei und habe zusammen mit Derrick Anzeige wegen Hausfriedensbruch und tätlichen Angriffs erstattet. Das sollte ihm eine Lehre sein.

„Es gibt eine Art Spam-Liste fürs Telefon, auf der du dich registrieren kannst, die geben das an diese Call-Center weiter und du hast deine Ruhe.“, erklärt Jensen mir unterdessen.

„Echt? Muss ich morgen gleich machen. Diese ständigen Anrufe gehen mir so was von auf die Nerven. Letztens hat mich so´n Typ um sieben Uhr morgens angerufen. Das war die absolute Frechheit! Und ich Dussel bin auch noch dran gegangen, weil ich dachte, du wärst das.“

„Um sieben?! Ich bin doch nicht lebensmüde!“

Ich hab meine sieben Sachen zusammen und eile an ihm vorbei ins Schlafzimmer. Nur noch Schuhe anziehen und es kann losgehen.

 

Jensen blickt ihr mit einem Lächeln nach, als diese an ihm vorbei ins Schlafzimmer eilt. Er weiß, dass er Alex ganz aus dem Konzept gebracht hat, als er früher eintrudelte, als geplant.

Aber an manchen Tagen sind alle Ampeln grün, keine schleichenden Rentner oder Fahranfänger unterwegs und dann hat er auch noch einen Parkplatz direkt vorm Haus ergattert…

Er schlendert rüber zur Kommode im Flur, auf der Alex´s AB steht.

 Acht neue Nachrichten. Wie lange hat sie das Ding nicht mehr abgehört?

“Hey Honey, Thomas hier! Gott, du sahst vorhin so heiß aus, ich werde dich die ganze Nacht nicht aus dem Kopf kriegen.“

…piep!

“Uhhh, Baby! Ich hab´ nur noch unanständige Gedanken seit gestern Abend. Und ich bin schon wieder hart, nur wenn ich deine Stimme höre. Du weißt wirklich wie du mich scharf machen kannst!“

…piep!

“Al, bist du da? Wenn ja, geh ran!“

…piep!

“Erinnerst du dich, als ich dich das letzte Mal gevögelt habe? Gott, ich kann mich nur zu gut erinnern, wie du meinen Namen geschrieen hast, als du gekommen bist…Verdammt, wie ich dich vermisse, Babe.“

…piep!

Die restlichen Nachrichten löscht er, unfähig einen weitern Satz der fremden Männerstimme zu ertragen, er hat schon mehr als genug gehört.

Sein Herz schlägt ihm bis zum Hals und er ist so perplex, das er nicht einmal weiß, ob er wütend oder enttäuscht ist. Im Moment fühlt er sich einfach nur leer.

Das kann nicht sein!

Das ist unmöglich!

 Hatte er sich wirklich so in ihr getäuscht?

Das passte nicht zu ihr, das war nicht Alex! Das war nicht die süße, zurückhaltende Frau die er kennen und lieben gelernt hatte! Oder doch?

Kannte er sie so schlecht,  dass sie ihn so einfach hintergehen konnte? Hatte sie ihn von Anfang an belogen? Aber warum?

Was hatte dieser Typ, was er nicht hatte oder er nicht geben konnte?

Er war so in Gedanken und Zweifel versunken, dass er nicht einmal bemerkte, dass sie mit einem breiten Lächeln um die Ecke kam.   

 

„Hey, ich bin fertig! Wollen wir?“

Jensen ist in Gedanken versunken und sieht blass aus, so als ob was passiert wäre.

„Alles okay?“ Ich berühre seinen Arm und er zuckt zurück, sieht mich mit weit aufgerissenen Augen an. „Ist was? War was auf dem AB?“

Er schüttelt den Kopf, strafft sich und sein Gesicht sieht wieder freundlich aus, aber es wirkt eher wie eine Maske und ich frage mich, was hier los ist.

„Nein, nur… Werbemüll! Lass uns gehen.“

 

Dem ganzen Abend über habe ich ein komisches Gefühl. Jensen ist nicht wie sonst, er verhält sich völlig untypisch, wirkt reserviert, zurückhaltend, bleibt auf Distanz und hält mich auf der Selbigen.

Ich habe keine Ahnung, was in seinen Kopf vorgeht, aber er ist definitiv abgelenkt, grübelt im Stillen und das gefällt mir überhaupt nicht. Aber ich weiß auch nicht, wie ich es anstellen soll, zu ihm durchzukommen, da ich ihn bis jetzt noch nie so erlebt habe.

Vielleicht will er auch nicht darüber reden und so beschließe ich ihn nicht zu bedrängen. Hoffe, dass er von allein damit rausrückt.

Auf der Heimfahrt schweigen wir uns an, aber er steigt mit aus und bringt mich zur Tür. Ich küsse ihn liebevoll, eventuell kann ich ihn so auf andere Gedanken bringen und ihn ein wenig ablenken. Er erwidert meinen Kuss, aber es fühlt sich eher halbherzig an, was mich noch stutziger macht.

„Kommst du mit rauf und bleibst bei mir?“

Er lächelt dieses schiefe Lächeln, das ich so an ihm mag. „Ich kann nicht, Alex. Ich muss morgen früh raus, hab ´nen Termin.“

„Das hast du gar nicht erzählt.“ Das hat er wirklich nicht, jedenfalls nicht, dass ich mich daran erinnern könnte.

„Uhm, der kam ganz kurzfristig dazwischen. Hab´s vergessen, sorry, sei nicht böse.“

Ich bin nicht böse, nur verwirrt.

„Okay, dann mach´, dass du nach Hause kommst, damit du ausgeschlafen bist.“

Er lächelt, aber es wirkt aufgesetzt, da ist etwas Trauriges in seinem Blick, wie bedauern, als er sich vorbeugt und mich küsst und ich mache mir wirklich Sorgen.

„Ich ruf dich an. Schlaf schön.“

Ich sehe ihm nach, als er zu seinem Rover geht. Irgendwie hatte ich mir den Abend anders vorgestellt. Und ich hoffe, dass er sich die nächsten Tage überwindet und aus seinem Schneckenhaus kommt und erzählt, was ihn bedrückt.

Das einzige, was Sinn machen würde, ist, dass er langsam etwas aufgeregt ist, wegen des Theaterstücks, für das in einer Woche die Proben losgehen. Aber es sind nur die Proben, das dürfe ihn doch nicht so zusetzen, oder doch?

Als ich meine Schlüssel auf die Kommode lege, fällt mein Blick auf den AB, drei neue Nachrichten. Jetzt reicht`s, auch meine Geduld hat ihre Grenzen.

Ich siehe einfach den Stecker raus, auch vom Festnetz. Fuck you, bitches!

Wenn jemand etwas von mir will, kann er es auch auf Handy versuchen. Das machen eh die meisten.

Gefrustet kicke ich meine Heels weg und tapse zum Kühlschrank, wo noch ein Rest Rotwein auf mich wartet, mit dem ich es mir jetzt vor dem Fernseher gemütlich machen werde…

Allein!

Toll!

Blöder Abend!

Und dann auch noch Sommerloch in der Glotze…

Einfach Perfekt!

 

 

Ich bin den halben Nachmittag in der Stadt rumgerannt und das letzte auf meiner Liste ist die Wäscherei, die die Schürzen für die Bar säubert. Ich könnte sie auch selbst waschen, so richtig schmutzig werden sie nie, aber ich hasse es die Dinger selbst zu bügeln.

Ich hasse überhaupt bügeln.

Und die Wäscherei wäscht, stärkt, bügelt und legt sie perfekt zusammen, das find ich einfach toll. Genau wie dieses Mal.

Hmpf, bei den Gedanken jetzt noch in die Bar zu müssen und zu wissen, dass mindestens acht Stunden Arbeit auf mich warten ist grausam. Aber ich hab Derrick das Wochenende frei gegeben, als Dankeschön, dafür das er in der letzten Zeit so oft für mich eingesprungen ist. Und da Jensen eh grad keine Zeit für mich hat, weil er die nächsten Tage geschäftlich eingespannt ist, was er mir so nebenbei am Telefon mitteilte, dachte ich es wäre eine gute Idee, bis jetzt. Aber es ist nur noch ein Abend, den bekomme ich auch noch rum.

Ich brauch dringend einen Kaffee, sonst überstehe ich den Abend nicht, zum Glück ist an fast jeder Ecke in L.A. ein Starbucks und dieser hat auch noch einen Outdoor-Counter, was klasse ist, da es mich davon abhält mir die Muffinauslage anzusehen, da werde ich fast immer schwach.

Allerdings steht am Outdoor-Counter auch meist eine abartig lange Warteschlange.  

Mann, wie lange braucht man bitte um einen Kaffee zu bestellen, typisch Touris.

Ich sehe mich in der Gegend um, auf der Suche nach Ablenkung, da ich bei niedrigem Koffeinspiegel dazu neige, schnell genervt zu reagieren und ich kenn mich und meine große Klappe.

Die Trulla vor mir, wird es ja wohl irgendwann schaffen, sich zu entscheiden.

Ich schaue rüber zu dem kleinen Straßenrestaurant und mein Blick schweift abwesend über die Gäste, dann zu dem schreienden Kind, das sich demonstrativ vor der Mutter auf dem Bürgersteig schmeißt und instinktiv zurück…

Irgendwas war da, was meine Aufmerksamkeit erregt und ich sehe mir die Gäste noch mal genauer an und entdecke Jensen zusammen mit einer hübschen Blondine an einen der Tische sitzen. Sie lacht und ihre Hand berührt in einer vertrauten Geste seinen Arm, während er ihr Lachen erwidert und sie anstrahlt.

Ich will nicht eifersüchtig sein, wirklich nicht. Es gibt bestimmt eine gute Erklärung für das, was ich sehe, doch als sie sich zu ihm rüberbeugt und ihm einen Kuss auf die Wange gibt und er sie mit diesem bestimmten Blick ansieht, spüre ich wie etwas ihn mir bricht.

Dieses Bild, ist so vertraut, so austauschbar, genauso gut könnte ich mit ihm da sitzen, es würde von Außen keinen Unterschied machen.

Mir wird plötzlich schlecht, als würde sich mir der Magen umdrehen und ich muss hier weg. Ich will das nicht noch länger sehen, kann es nicht länger ertragen.

Der Kaffee ist vergessen, als ich zurück zum Parkhaus stürme. Am liebsten würde ich nach Hause fahren und mich einigeln, alles und jeden von mir abschotten, aber der Wagen als Zufluchtsort muss vorerst reichen.

Ich sitze in meinem Mini und heule wie ein Schlosshund. Meine Gedanken kreisen wirr umher, überschlagen sich halb, kommen aber immer wieder zu demselben Ergebnis.

Es macht alles einen Sinn, seine ungewöhnliche, fast abweisende Haltung in den letzten Tagen, die Ausflüchte, wenn ich ihn fragte was los sei.

Und jetzt Sie und seine sehr offensichtliche Ausrede jobmäßig eingespannt zu sein, das passt alles ziemlich gut zusammen.

Ich hätte nicht gedacht, das sein Interesse so schnell abflauen würde, also ist es anscheinend doch eine Art Masche von ihm und ich Idiot hab mich auf ihn eingelassen, hab ihm geglaubt, dachte das er es ernst meint.

Habe mich Hals über Kopf in ihn verliebt und sämtliche Vorsicht über Board geworfen.

Gott, ich bin so dumm…

Ich hätte es wissen müssen. Ich treffe immer die falschen Kerle.

Wie konnte ich jemals denken, dass er anders ist. Gerade er!

Ich vergrabe mein Gesicht in meinen Händen und schluchze, in tiefes Selbstmitleid gehüllt vor mich hin, als es an meinem Fenster klopft.

Es ist der Parkwächter, der mich sorgenvoll ansieht und ich lass ein Stück die Scheibe runter.

„Alles in Ordnung, Miss?“ Ich nicke und zwinge mich zu einem Lächeln.

„Ja, ja, alles okay. Ich fahr´ gleich.“

Er nickt zurück, bevor er antwortet: „Ich lasse Sie dann raus, das Ticket verfällt gerade.“

„Danke.“ Ich sehe ihn im Rückspiegel nach und erhasche neben bei einen Blick auf mein Gesicht. Ich sehe grauenvoll aus, mehr als Mitleid erregend, kein Wunder das er mich so raus lässt. Meine Mascara ist zusammen mit den Tränen längst über meinem Gesicht verlaufen, ich könnte glatt einen Marilyn Manson -Video entsprungen sein.

Schnell wische ich das meiste davon in den Ärmel meiner Jacke, nicht das mich die Cops noch anhallten, das fehlt mir jetzt noch.

Kurz winkend und mit einem künstlichen Lächeln fahr ich durch die Schranke, damit der Typ halbwegs beruhigt ist und bin so froh, das ich die nächsten zwei Stunden in der Bar alleine bin.

 

 

Am nächsten Morgen, bin ich so verzweifelt, dass ich Sydney anrufe und sie steht nach zehn Minuten vor meiner Tür. Ich weiß nicht, wie sie das gemacht hat, aber ich bin einfach nur dankbar dass sie so schnell da ist.

Sie nimmt mich wortlos in den Arm und es so tut gut eine Schulter zu haben, an der ich mich ausheulen kann.

 

„Alex, hast du schon mal daran gedacht, dass du das alles nur in den falschen Hals bekommen hast? Das du völlig überreagierst?“

„Warum war er dann so komisch zu mir? Warum sagt er mir das nicht?“

„Hey, vielleicht war es seine Managerin? Er hat doch bestimmt einen Manager. Und dann wäre es ein einfaches Geschäftsessen gewesen, nichts weiter.“

„Ich weiß es nicht, okay?! Warum…warum verteidigst du ihn?“

„Weil ich denke, dass Jensen ein netter Kerl ist und ich kann mir nicht vorstellen, dass er so was tun würde.“

„Thomas konnte das auch! Und zwar ohne mit der Wimper zu zucken!“

„Ja, aber Thomas war auch ein Scheißkerl! Und ich mochte ihn von Anfang an nicht, das weißt du. Ich habe dir immer gesagt, dass ich bei ihm das Gefühl hatte, das er dich nur ausnutzt. Und ich hatte Recht. Also, vertrau´ mir und rede mit Jensen. Ich habe gesehen wie er dich ansieht. Er liebt dich, Alex.“

Ich schüttle resigniert den Kopf.

„Alex! Ich weiß, dass das schwer ist. Und ich weiß auch, dass du dich lieber verkriechen willst, aber das bringt euch beide nicht weiter. Ich weiß, wovon ich spreche, meinst du Max und ich haben noch nie in einer Krise gesteckt? Wenn nicht jedesmal einer den ersten Schritt gemacht hätte, wären wir längst auseinander. Eine Beziehung zu führen, heißt geben und nehmen, dem anderen zu vertrauen und zu reden, wenn etwas nicht läuft.“

Ja, ich weiß das, aber ich bin ein Feigling, wenn es darum geht, den ersten Schritt zu machen, aber diesmal muss ich, es bleibt mir nichts anderes übrig...

 

 

Auf der Fahrt zu ihm, überlege ich immer wieder, was ich sagen werde und wie ich es sage. Versuche mir die richtigen Worte zu Recht zu legen, aber je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr bringe ich mich selbst in Rage.

Dabei wollte ich mich nicht aufregen, sondern ruhig und erwachsen mit ihm reden.

Mist!

Ich parke neben seinen Wagen, wie immer, stapfe zur Tür und klingle. Sein überraschter Blick wundert mich kaum, denn ich bin einfach so, ohne Vorwarnung bei ihm aufgekreuzt.

„Wir müssen reden.“, presse ich hervor, als ich mich an ihm vorbei ins Haus drücke, er sieht mir erstaunt nach, lässt die Tür geräuschvoll zufallen und folgt mir mit einem „Okay.“ ins Wohnzimmer. Er ist angefressen, mindesten genauso wie ich.

„Vielleicht sollten wir reinen Tisch machen!“

Er zieht scharf die Luft ein, bleibt aber ruhig, seine Augen taxieren mich feindselig.

„Sagst du mir auch warum?“ Er besitzt echt die Frechheit zu fragen?!

„Du weißt warum!“

In meiner Stimme schwingt der pure Trotz und er hebt eine Augenbraue, bevor er antwortet: „Ich weiß, allerdings, aber ich möchte es von dir hören. Immerhin, bist du hergekommen, um zu reden.“

„Da ist noch jemand anderes.“

Seine Augen weiten sich, so als ob er nicht damit gerechnet hätte, dass ich es ihm einfach so ins Gesicht sage.

„Schön, dass du es zugibst.“ Er reibt sich seinen Nacken und sein Gesichtsausdruck wechselt von ärgerlich zu enttäuscht, als er sich durch den Raum bewegt.

„Wie lange geht das schon so?!“ Seine Reaktion verwirrt mich ein wenig, aber seine selbstgefällige Frage bringt mich zur Weißglut. Warum will er unbedingt wissen, wie lange ich es schon weiß? Gibt ihm das was?

Das sollte ich eigentlich dich fragen!“

Mich?!“ Er fährt herum und seine Augen funkeln mich zornig an, während er mich  wütend anblafft. „Ich habe keine Nachrichten von meinem Lover auf dem AB!“

„Was?“ Wovon spricht er verdammt?

„Du weißt was ich meine, Alex.“

„Nein, weiß ich nicht, was für Nachrichten?“

„Deine angeblichen Werbeanrufe, du hättest sie besser selber checken sollen. Aber vielleicht sollte ich es ja auf diese Art erfahren.“

„Das ist doch lächerlich! Ich weiß nicht, was du dir da zusammen reimst, aber ich bin nicht derjenige von uns, der zweigleisig fährt.“

„Nicht?! Wer dann? Eindeutiger ging es ja wohl nicht!“

Ich hab ihn noch nie so außer sich gesehen und er ist ziemlich einschüchternd, wenn er so wütend ist. Aber ich bin zu aufgebracht, als das ich meinen nächsten Satz noch einmal überdenken würde.

„Da hast du Recht. Eindeutiger ging es nicht! Vielleicht hättest du ´ne andere Location für dein kleines Techtelmechtel wählen sollen.“

Er sieht verwirrt aus. „Was meinst du damit?“

„Verdammt, ich hab dich gesehen, Jensen! Dich und Blondie!“

So, jetzt ist es raus und ich fühle mich auf einmal wesentlich besser.

„Mich und Bl…“ Er stockt mitten im Satz, scheint zu überlegen und ich frage mich warum.

„Du meinst Dana…“

„Ich weiß nicht wie sie heißt, es ist mir auch scheißegal!“, falle ich ihm aufgebracht ins Wort. Gott wie kann er nur?!

„Aber da war nichts, Alex. Dana ist eine alte Schulfreundin, ihr Mann war auch dabei.“

„Ich bin nicht Blind! Ihr habt geflirtet und sie hat dich geküsst. Und da war kein Kerl, außer dir.“

Jensen Blick driftet kurz ab, als er sich die Szene zurück ins Gedächtnis ruft.

„Kirk war drinnen auf der Toilette und kam gerade zurück, du hättest ihn eigentlich sehen müssen.“

Ich versuche mich zu erinnern, aber ich hatte mich nur auf Jensen und die Blondine konzentriert und das ist auch das einzige Bild, das sich in meinen Hirn eingebrannt hat. Das Drumherum hatte ich nicht wahrgenommen, einfach ausgeblendet.  

„Ja, sie hat mich auf die Wange geküsst! Und das zum Abschied, weil wir gerade gehen wollten...“

Es klingt so logisch, wenn er es erklärt und auch glaubwürdig, wenn ich länger darüber nachdenke. Was er sagt, könnte wirklich stimmen, oder? Was hatte ich schon gesehen? Nur wenige Sekunden, bevor bei mir auch schon die Sicherungen durchbrannten und ich weglief.

Gott, ich komme mir auf einmal so dumm vor...

Vielleicht hatte Sydney doch Recht und ich habe von Anfang an zu viel in die Situation hineininterpretiert, da ich zu dem Zeitpunkt innerlich schon aufgewühlt war und alle möglichen und unmöglichen Zusammenhänge zu erkennen glaubte.

Meine Wut verraucht plötzlich und hinterlässt ein Gefühl von Scham und Schuld und erst jetzt fällt mir auf, dass ihn etwas ganz anderes aus der Fassung gebracht hatte und nichts mit dem zu tun hatte, was ich ihm vorhielt.

Was hatte er vorhin über Nachrichten auf meinem AB gesagt?

„Was war auf dem AB?“, frage ich unsicher und kleinlaut, nicht wissend was mich erwartet und ich sehe erneut Enttäuschung und Ärger in seinen Augen aufflackern.

Er platziert sich weiter weg von mir und es kommt mir vor wie bei einem Boxkampf, so als ob wir unsere Ecken vor der nächsten Runde aufsuchen würden.

„Sagt dir der Name Thomas was?“

Thomas! Ich werde kreidebleich, bei seinem Namen. Wie kommt der auf meinen Anrufbeantworter!?

„War eine von ihm?“

Jensen schnaubt und er ringt um seine Selbstbeherrschung, um mich nicht anzubrüllen.

„Eine! Da waren acht, Alex!“

Acht?! Ich erinnere mich an den Abend als ich von unserem Date nach Hause kam und die Anzahl der neuen Anrufe auf dem Display gesehen und genervt den Stecker vom Festnetz gezogen habe. Ich habe sie nie abgehört…

„Was hat er gesagt?“ Es ist jetzt eh alles egal. Jensen ist wieder so wütend wie vor ein paar Minuten und ich will wissen, was er gehört hat, was ihn so tief verletzt hat.

„Entschuldige, aber den exakten Wortlaut krieg ich leider nicht mehr zusammen…“, seine Stimme trieft vor Sarkasmus. „…aber es klang sehr nach Telefonsex mit ziemlich prägnanten Details!“

Dieser verfluchte Hurenbock! Warum tut er mir das an?! Wie so kann er mich nicht einfach in Ruhe lassen?!

„Ich wusste das nicht…“, beginne ich und Jensen mustert mich mit versteinerter Mine, Tränen sammeln sich in meinen Augen und ich versuche sie wegzublinzeln.

Jensen wendet sich ab, wie ein bockiges Kind, nicht bereit sich anzuhören was ich zu sagen habe, aber ich werde nicht locker lassen, da sind zu viele Missverständnisse zwischen uns, die geklärt werden müssen, wenn wir noch die geringste Chance haben wollen, um aus diesem Wirrwahr heraus zu kommen. 

„Lass mich versuchen es zu erklären. Bitte!“

Sein Seufzen reicht mir als Zustimmung und ich fahre fort: „Thomas ist der Mistkerl von dem ich dir erzählt hatte.“

Zumindest habe ich schon mal Jensens Aufmerksamkeit zurückerlangt, denn er blick mich an und das deute ich mutig als gutes Zeichen.

„Er stand auf einmal vor mir am Tresen, hat mich dumm angemacht. Meinte er hätte mich gesehen und sich an die alten Zeiten erinnert. Ich hab´ ihn rausgeworfen und er wurde ziemlich ausfallend. Derrick war drauf und dran die Cops zu rufen, aber er ist dann doch abgezogen. Und ich dachte es wäre damit erledigt. Deshalb hab´ ich dir auch nichts davon erzählt. Ich hielt es nicht für wichtig und… ich… ich wollte nicht, das du dir Sorgen machst.“

Derricks Name lässt Jensen aufhorchen, er weiß ich würde ihn nicht anlügen und Derrick da mit rein ziehen, weil dieser das auf keinen Fall mitmachen würde, dafür ist Derrick eine zu ehrliche Haut.

„Ich wusste nicht, dass die Nachrichten von ihm waren. Ich hab es nicht einmal mitbekommen…“

Ich gehe ein paar Schritte auf ihn zu, durchbreche seinen privaten Raum und er strafft sich, weil er mich nicht so nah bei sich haben will.

„Wie kommst du nur darauf, dass ich was mit Thomas habe, der mich nur belogen und betrogen hat und nebenbei noch meine Aushilfen vögelte?“

„Frauen stehen auf solche Typen...“, aber er klingt nicht wirklich überzeugt, von dem was er sagt und ich trete noch einen Schritt näher zu ihm, so das ich dicht vor ihm stehe und zu ihm aufblicken muss, um in seine Augen zu sehen.

„Ich nicht. Ich will einen netten Mann.“

Er lächelt schwach, schließt die Augen und lehnt seine Stirn an meine, seine Hände streichen an meinen Armen entlang, bis sie meine Hände erreichen.

Es ist noch nicht ganz durch gestanden, aber es ist besser, er glaubt mir und ich ihm, aber unser gegenseitiges Vertrauen ist leicht angeknackst.

Wir stehen lange Zeit einfach nur da.

„Wie so hast du nichts gesagt?“, flüstere ich leise, durchbreche die friedliche Stille zwischen uns.

„Ich konnte nicht…“ Ich weiß…

Eine dicke Träne löst sich aus meinen Wimpern und rollt an meiner Nase hinunter und tropft auf Jensen Shirt, hinterlässt einen dunklen Fleck auf dem grauen Stoff.

Er blickt auf, nimmt mein Gesicht sanft in seine Hände und küsst mich liebevoll. Seine Daumen wischen vorsichtig die Tränen von meinen Wangen.

„Schhh, ist gut. Nicht weinen, Kleines.“ Seine Stimme ist nur ein Flüstern und ich weiß, er will mich beruhigen, aber diese Geste reicht aus, mich endgültig die Fassung verlieren zu lassen.

Er zieht mich fest in seine Arme und ich klammere mich schluchzend an ihn, fühle mich so leer und ausgebrannt und der einzige Trost den ich brauche, sind seine breiten Schultern und seine Arme um mich. Ich hatte solche Angst ihn verloren zu haben.

„Wir sollten an unserer Kommunikation arbeiten.“

Ich nicke und lache zwischen meinen Tränen, weil es so einfach gewesen wäre und wir beide zu stolz waren, über unsere Schatten zu springen.

 

Wir reden, ich glaube, wir reden fast die halbe Nacht. Offen und ehrlich und vielleicht zum ersten Mal völlig unbefangen.

Wir reden über alles was uns einfällt, ob es nun wichtig ist oder nicht.

Über alles was uns bedrückt, über die Ängste die wir haben, vergangene Erfahrungen, die teils schlecht, aber meistens gut waren.

Ich weiß nicht, ob wir in der Zeit, die wir zusammen sind, je so viel über den anderen erfahren haben. Es ist kein Seelenstriptease, aber es lässt uns beide besser verstehen, was in den anderen vorgeht und es schweißt uns stärker zusammen.   

 

 

Ein vorwitziger Sonnenstrahl kitzelt in meiner Nase, weckt mich viel zu früh und lässt mich nicht mehr einschlafen.

Ich weiß noch, dass Jensen mich irgendwann in der Nacht hoch ins Schlafzimmer trug, weil ich eingenickt war, als er eine neue Flasche Wein aus der Küche holte, mich auszog und mich in sein Bett einkuschelte…

Ich blicke über meine Schulter, er schläft tief und fest, sein Atem geht ruhig und gleichmäßig und er sieht so friedlich aus, dass ich beschließe ihn nicht zu wecken.

Vorsichtig winde ich mich aus seinen Arm, der beschützend auf meiner Hüfte liegt und stehle mich aus dem Bett. Ich fische sein T-Shirt vom Boden und ziehe es über.

Seine Shirts sind der perfekte Nachthemdersatz und reichen mir bis zur Mitte meiner Schenkel, außerdem liebe ich es wenn er sie schon getragen hat und der Stoff nach ihm riecht, es ist wie eine warme Umarmung von ihm.

Leise tapse ich aus dem Schlafzimmer und hinunter in die Küche. Ich brauche unbedingt einen Wachmacher, bevor ich duschen gehe.

Meine Tasse füllt sich gerade mit heißen, frischen Kaffee, als ich Jensens barfüßige Schritte hinter mir auf den Fliesen höre, ehe sich seine Arme um mich schließen und er sein Kinn auf meinen Kopf legt, diese liebevolle Geste, die mir jedes Mal das Gefühl gibt sicher und geborgen zu sein und ich weiß, das alles wieder gut ist, vergeben und vergessen. Aber das war es gestern Abend schon.

„Kaffee?“

„Hmhm, gleich.“

Seine Hände sind längst unter dem Bund auf Erkundungstour und ich kann mir sein schelmisches Grinsen vorstellen, als er merkt, dass ich nichts weiter anhabe, als sein Shirt. Er dreht mich um und setzt mich auf den Küchentisch, bevor er mir sein Shirt über den Kopf zieht und ich nackt vor ihm sitze, er küsst mich hungrig und zieht mich an den Rand, drückt mich fest gegen seine Erektion, was uns beide stöhnen lässt.

Bei Jensen brauche ich kein ellenlanges Vorspiel, ein heißer Kuss oder eine Berührung von ihm reichen aus um mich anzuturnen. Wahrscheinlich würde schon ein Funkenschlag reichen, um mich heiß wie die Hölle und willig wie eine Straßendirne zu machen. Er weiß das genau und er nutzt es nur zu gerne aus und ich liebe es, wenn er das tut.

Es ist nie zu spät für Versöhnungssex, oder?

 

 

In den Ferien ist es immer ruhiger, da verirren sich nur wenige Gäste in die Bar und Jensen nutzt die Ruhe um “ungestört vorbei zu schauen“, wie er sagt, auch wenn ich weiß, warum er sich wirklich die Zeit, an meinen Arbeitstagen, in der Bar um die Ohren schlägt.

Unsere dummen Missverständnisse liegen ein paar Tage zurück, aber seit er die ganze Geschichte um Thomas kennt, lässt er mich ungern alleine arbeiten.

Wie auch heute Abend, aber heute hat er Jared mitgebracht.

Die beiden haben sich ein Plätzchen neben dem Tresen gesichert und spielen Dart. Ich hab mich dazu gesellt, weil eh nichts los ist und Derrick hinter der Theke steht.

„Uhm, Alex, hast du noch ´nen Bier für mich?“ Jared wedelt mit der Flasche und sieht mich mit großen Hundeaugen an, was er zu gerne tut, aber bei mir nicht mal annährend so effektiv ist, wie bei Sandy.  

„Ich seh´ schon, ich muss euch beide nach Hause fahren.“

„Das war der Plan!“, gibt Jensen zu, als er mir ebenfalls seine leere Bierflasche reicht und ich zwick ihn grinsend in die Seite.

Er nickt Jared zu und murmelt ein: „Ich verschwinde kurz.“, als er mir folgt, aber Richtung Toilette abbiegt.

Ich hole zwei Corona aus dem Kühlschrank und als ich mich umdrehe finde ich mich in direkter Konfrontation mit meinem größten Alptraum.

Hurensohn!Thomas lehnt demonstrativ lässig am Tresen und mustert mich mit einem selbstgefälligen Grinsen.

„Hi, Al!“

Ich starre ihn an, völlig perplex, denn ich hätte nicht gedacht, dass er hier noch mal aufkreuzt. Nicht nachdem letzten Rauswurf und vor allem nicht, nachdem ich ihm die Bullen auf den Hals gehetzt habe.

Derrick ist diesmal mit zwei großen Schritten neben mir, um mir Rückendeckung zu geben und blafft Thomas aufgebracht an: „Mach, dass du raus kommst!“

„Halt dich da raus, Schwuchtel!“

Derrick schnaubt und Thomas abfällige Bemerkung hat Jareds Interesse auf sich gezogen, denn er beobachtet uns aufmerksam.

„Was willst du hier?“

„Dich sehen! Ich sagte dir doch, dass ich nicht so schnell aufgebe. Hast du meine Nachrichten gekriegt?“

„Schwein!“

„Probleme!?“ Jensens Stimme ist ein dumpfes Grollen und unterbricht die Szene.

Er hat sich am Ende der Theke aufgebaut und mustert Thomas ärgerlich von der Seite.

Doch Thomas ist nicht nur dreist, sondern auch nicht besonders helle, denn erkennt nicht eine Sekunde, dass er sich die Situation grade nicht zu seinem Vorteil entwickelt, da Jared sich mittlerweile zu Jensen an den Tresen gesellt hat.

Ich dagegen brauche nur einen Blick auf Jensen zu werfen, um zu erkennen, dass er weiß, was hier los und wer das ist und er sieht nicht sonderlich erfreut aus.

„Keine Probleme! Ich red´ nur mit meiner Süßen! Also verzieh dich!“

Jensen nickt und schiebt ein Stück das Kinn vor.

„Genau das ist dein Problem! Denn das ist meine Süße! Und ich glaube, sie hat dich, Arschloch, schon mal rausgeworfen! Aber dieses Mal werd´ ich es tun!“

Jensen packt Thomas am Kragen und Jared zögert nicht eine Sekunde und ist an seiner Seite, als Jensen den völlig verdutzten Mann aus der Bar zerrt.

Ich schätze mal, dass Thomas sich den Abend anders vorgestellt hat.

Tja, Pech für ihn! Wie war das mit dem Karma? Jeder bekommt was er verdient!  

Derrick steht zufrieden grinsend neben mir und wackelt mit den Augenbrauen, als ich ihn schräg ansehe.

Es dauert nicht lang und die Beiden kommen völlig außer Atem, aber lachend zur Tür rein.

„Ihr habt ihn nicht verprügelt, oder? Das kann sonst Ärger geben.“

Jared grinst breit: „Nein, aber er hat ´ne scheiß Angst! Mann, ist der gelaufen, der hätt´ mich fast abgehängt.“

„Schade!“, murmelt Derrick neben mir und ist sichtlich enttäuscht.

„Aber er weiß jetzt, dass er, falls er dich noch mal belästigt, ´ne saftige Abreibung kriegt!“, fügt Jensen hinzu und bemerkt mein Unbehagen. Er kommt um die Bar herum, nimmt mich in die Arme und drückt mir einen liebevollen Kuss auf die Stirn.

„Alles okay?“ Ich drücke mich an ihn, schließe kurz die Augen und atme tief durch, bevor ich ihm antworte: „Jetzt schon.“

ice_queen76

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